Die Jeux Dramatiques in der Arbeit mit Senioren
Die Ruhe ist der Meister des Handelns (Lao Tse)

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Der Spielimpuls findet seine erste Resonanz im Gefühl der Menschen. Dann spricht er die Intelligenz, die Lebenserfahrung, die Erinnerungen an. SeniorInnen können über diesen inneren Prozess gut in die Methode einsteigen. Wesentlich ist dabei das Thema. Besonders Texte, Gedichte und Lieder mit denen die Menschen Vergangenes verbinden, sprechen ihre Gefühle und Stellungsnahmen dazu an. Ist der Spielimpuls ein Lied, das die Teilnehmenden vielleicht aus ihrer Kindheit kennen, kommen Bilder, Gefühle Erinnerungen hoch. Dies wirkt verbindend und inspirierend für das Spiel.

So wird das gemeinsame Spiel zum verdichteten gemeinsamen Erleben. Es passiert Beziehung und gleichzeitig passiert Aufarbeitung in einer ganz anderen Ebene.

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Das Thema ist mit ausschlaggebend für die Spielmotivation der Menschen. Der ältere Mensch braucht klare Spielimpulse mit denen er an seiner Lebenserfahrung anknüpfen kann. Trifft der Spielimpuls mehrere Menschen aus der Gruppe in ihrer Lebenserfahrung, unterstützt er Erinnerungen und Emotionen. Gespräche entwickeln sich, alt Vertrautes erwacht, Emotionen entstehen und bringen Bewegung in den Austausch. Mit der Rollenwahl lassen sich Bilder von einst zum Spielthema verknüpfen. Z.B. Ich bin ein Marillenbaum, so einer stand beim Haus meiner Großmutter. Auch in der Spielplatzgestaltung wirken die alten Bilder. Z. B.: Als Marillenbaum stehe ich rechts neben dem Haus an der Mauer, unter mir ist eine Bank. Das Spiel beginnt manchmal mit dem Anspruch, noch einmal vor dem inneren Auge in diesem einstigen Bild zu sein. Dann, einige Minuten später, passiert dass, was zu dieser realen Zeit im gemeinsamen Spiel entsteht. Diese Energie bringt den Menschen ganz ins Hier und Jetzt. Lässt neue Bilder entstehen, Begegnungen passieren, Kommunikation erwacht, Gefühle sickern tiefer.

Nach dem Spiel ist die Energie besonders hoch. Alte Erinnerungen haben sich mit neu Erlebtem wunderbar gekreuzt. Sie haben sich vielleicht unzertrennbar in einem neuen Bild verbunden.

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Ich habe nicht gewusst, wie schön ich als Prinzessin bin. (Trude)
Das des Sauerkraut da beim Theater so teuer ist, wie im echten Leben, des hat mich entsetzt. (Anna)
Ich hab so viel Arbeit gehabt und keine Zeit zum Rasten. (Roswitha)
So a Blume möchte ich noch einmal sein. Nur schauen und trinken. (Hans)

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